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Leipzig 2020

Standort
Leipzig Grimmaischer Steinweg,
Nürnberger Straße
Beauftragung
LPH 1-5 nach HOAI, künstlerische Oberleitung
Bearbeitungszeit
2020
Fertigstellung 2023
Bauherr
OFB Projektentwicklung GmbH
Nutzung
Büro und Gewerbe mit Tiefgarage
Bruttogeschossfläche
10.000 qm zzgl. TG
Nutzfläche
Büro 8.500 qm
Status
Im Bau

Das Grundstück besetzt die letzte unbebaute Ecke einer wichtigen Verkehrskreuzung der Achsen Nord / Süd und Ost / West. In diesem Kreuzungspunkt mündet / entspringt der Grimmaische Steinweg als eine der wichtigsten Anbindungen an den Innenstadtring.

Der ursprüngliche Maßstab aus Straßenbreiten und Gebäudehöhen hat sich nach 1945 stark vergrößert. Die Breite des Grimmaischen Steinweges hat sich nahezu verdoppelt und darauf wurde mit den Höhen neu errichteter Gebäude reagiert. Neue Post, Motel One, Telekom und Ärztehaus sind 6, 7- bis 8-geschossig und haben Traufhöhen von 25,85 bis 28,00 Metern. Das Radisonhotel als höchstes Gebäude hat eine Traufhöhe von 30,40 Metern über Gelände.

Der beschriebene städtebauliche Kontext aus vorhandener Bebauung und Straßenbreiten gibt nach unserer Ansicht eine Reaktion in Form von Gebäudehöhe und Kubatur vor, so dass wir im Entwurfskonzept ein Gebäude mit 5 Vollgeschossen und einem zurückgestaffelten 6. Geschoss vorgeschlagen. Mit einer Traufhöhe entlang der Nürnberger Straße von ca. 18,90m und einer Traufhöhe im Kreuzungsbereich Grimmaischer Steinweg von ca. 22,50m ordnet es sich in den heterogenen Bestand ein und besetzt die Straßenkreuzung gleichwertig mit einem Eckpunkt zu den gegenüberliegenden Gebäuden.

Der Verlauf der Grundstücksgrenzen lässt eine umlaufend begleitende Bebauung zwar zu. Jedoch müssen baurechtliche Vorgaben wie Abstandsflächen eingehalten werden und es würde sich eine unlogische Grundrissstruktur ergeben. So wird entlang der Nürnberger Straße und im Kreuzungsbereich zum Grimmaischen Steinweg ein Abstand zur Grundstücksgrenze vorgesehen. Der Gebäudeanschluss an das Bestandsgebäude der Leipziger Stadtwerke Johannisgasse erfolgt in der Flucht der Grundstücksgrenze. Im rechten Winkel zu dieser Gebäudeflucht und gleichzeitiger Aufnahme der Fluchten der Nürnberger Straße wird der Grundriss U – förmig entwickelt, so dass alle baurechtlichen Notwendigkeiten wie Abstandsflächen und Brandschutz berücksichtigt sind. Auf diese Weise werden die Kanten Grimmaischer Steinweg, Nürnberger Straße und Johannisgasse begrenzt und verlorengegangene städtebauliche Räume wie Straßen und Kreuzungen wiederhergestellt. Auf die Anschlusshöhen der Gebäudetraufen wird mit dem abgestaffelten Geschoss reagiert.